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Top gekleidet auf See

Top gekleidet auf See – das Dilemma mit der richtigen Ausrüstung

Ich bin fast das ganze Jahr über beruflich (Skipperin, Guide auf Trekkingreisen weltweit, Skilehrerin) und privat viel im Freien unterwegs und habe mich daher in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema Ausrüstung auseinandergesetzt. Als Frau weiß ich, wie schwierig es ist, funktionelle und dennoch weiblich aussehende Kleidung zu finden. Im folgenden Artikel versuche ich, euch eine Zusammenfassung über die Produkte zu geben, mit denen ich beim Segeln gute Erfahrungen gemacht habe.

Bei jedem Segeltörn stellt sich die Frage „was brauche ich an Bord“? Das hängt natürlich vor allem von der Jahreszeit, dem Segelrevier und der Art des Törns ab.
Für einen Urlaubstörn im Süden reichen Bikini, eine kurze Hose (ich liebe meine Laser Bermudas von Marinepool) und ein paar T-Shirts, für Urlaubstörns im Frühling und Herbst muss etwas mehr in die Tasche.
Kniffelig wird es bei Regatten, wo hohe Ansprüche an die Kleidung gestellt werden – möglichst viel Nutzen bei möglichst geringem Gewicht und Packvolumen.

Zhik Schuhe ZKG steel blueEgal zu welcher Jahreszeit, gute Schuhe mit rutschfester Sohle sind unerlässlich an Bord.
So angenehm es barfuß wäre – es gibt einfach zu viele Leinen und Beschläge, die zu Verletzungen führen können. Am liebsten sind mir meine Zhik Bordschuhe – die rutschfestesten Schuhe die ich kenne – und die auch an Land zu Jeans nicht schlecht aussehen.
Selbst im Urlaubstörn bleibt Regen leider nicht immer aus – da zumindest ich als Skipperin dann noch am Ruder stehe, sind meine sehr leichten Lizard Segelstiefel außer im Hochsommer immer dabei. Da ich sehr schlanke Waden habe, passen mir die wenigsten Stiefel – diese sind ziemlich präzise einstellbar und geben dem Fuß bei jedem Seegang guten Halt.

Da ich mehrere Monate im Jahr bei sehr unterschiedlichen Temperaturen und Anforderungen unterwegs bin, habe ich vor einigen Jahren beschlossen, mir zwei Varianten Ölzeug zuzulegen. Für Urlaubstörns in warmer Umgebung mit ab und zu heftigen Gewitterschauern bevorzuge ich die BR1 Serie von Musto. Für ein Ölzeug außerordentlich leicht und daher angenehm zu tragen. Im Regattamodus bzw. für Törns in kühleren Gegenden schätze ich mein neues Ölzeug Aegir von Heli Hansen.  Mittlerweile schaffen es diese beiden Anbieter, aber auch Marinepool, vom bisherigen „Unisex Kartoffelsackschnitt“ abzukommen und auch für Frauen ansehnliche Schwerwetterkleidung zu produzieren. Beim Segeln auf einem meiner Lieblingsboote, der Seascape 18, sind mir beide Varianten zu dick. Da Spritzwasser, zB in Gleitfahrt unter Gennaker, aber auch Regen nicht ausbleiben, ist der Musto Dinghy Smock mein ständiger Begleiter.

Zum Glück scheint beim Segeln meist die Sonne – manchmal etwas zu intensiv. Vor allem während der langen Flaute der letzten Cinquecento war ich um mein weißes langärmeliges UV Shirt von Musto sehr froh. Mir blieb, im Gegensatz zu meinem Segelpartner – ein heftiger Sonnenbrand erspart.

anrjohkalongs womanNicht nur am Wasser, sondern auch am Berg habe ich in den letzten Jahren Kleidung aus Merino Wolle sehr zu schätzen gelernt. Wolle wärmt auch, wenn sie nass ist – und fühlt sich selbst mit Salzkristallen (Meerwasser, Schweiß) als einziges mir bekanntes Material nicht klebrig an. Einige Merino T-Shirts, ein Longsleeve (zB Aclima Warm Wool) und zur kühlen Jahreszeit bzw. bei Nachtfahrten eine lange Merino Unterhose sind immer im Gepäck. Leicht, schnell trocknend und lange nicht stinkend, was will man mehr.

Da mir am Kopf sehr schnell kalt wird, ich aber nicht immer gleich eine Mütze aufsetzen möchte, ist eine Kapuzenjacke vor allem Abends an Deck und bei Landgängen immer dabei. Am liebsten ist mir meine Musto Evolution Jacke – taillierter Schnitt, leicht, kuschelig und schnell trocknend.

Meine Stirnlampe (BD Storm) ist mein ständiger Begleiter. Wasserdicht und weit genug leuchtend, um auch bei großen Booten das Masttop zu sehen, den Trimm der Segel zu prüfen und bei unerwartet langen Landgängen den Weg zurück zu finden. Auch im Winter bei nächtlichen Skitouren leuchtet sie sicher die notwendige Reichweite, selbst beim Abfahren. Fast immer ist meine Thermoskanne mit dabei – vor allem bei Nachtfahrten und bei Ski- und Schneeschuhtouren im Winter. An sehr heißen Sommertagen hingegen hält sie Getränke angenehm kühl.

Ich hoffe, mein Erfahrungsbericht hilft euch bei der Wahl der richtigen Ausrüstung etwas weiter. Ihr könnt mich selbstverständlich gerne kontaktieren, wenn ihr darüber hinaus weitere Infos braucht: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!