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Ramón Carlin

Ramón Carlin, der “Wochenend-Segler“ und unerwartete Gewinner des ersten Volvo Ocean Race (vormals Whitbread Round the World Race) aus dem Jahre 1973/74, verstarb im Alter von 92 Jahren.

Als Ramón Carlin an dem Rennen, welches später zum Volvo Ocean Race wurde, teilnahm, war er unter den Seglern ein völliger Unbekannter. Zu jener Zeit machte Carlin mit der Herstellung von Waschmaschinen und anderen elektronischen Haushaltsgeräten in seiner Heimat Mexiko ein Vermögen, nachdem er seine Karriere als Verkäufer von Besteck, Kochtöpfen und Pfannen von Haustüre zu Haustüre an den Mann brachte.

Im Jahre 1973 suchte Carlin jedoch nach neuen Herausforderungen. Mit seinem Team an guten aber unbekannten Seglern stellte er einige der bekanntesten und erfolgreichsten Größen des Offshore-Segelns, wie etwa Großbritanniens Spitzenreiter Chay Blyth, in den Schatten, als er mit seiner Sayula II gewann.

Ramón Carlin hatte seine Sayula II, eine Serienyacht vom Typ Swan 65, vor dem Rennen nicht versichern lassen sondern spekulierte darauf die Reparaturkosten mit der Prämie decken zu können. Seiner Besatzung fiel dies nur auf, weil sie entdeckte, dass sie sich mit nur mehr 14 von 19 Strängen des Vorstags der Ziellinie näherten.

Nach dem Rennen, bei welchem drei Mitbewerber der 19 Boote starken Flotte ums Leben kamen, wurde Carlin vom Präsidenten in Acapulco zu Hause empfangen und avancierte zum berühmtesten Segler Mexikos.

Gegen Ende seines langen Lebens, konnte Carlin noch mit einem persönlichen Rückblick auf seinen Sieg begeistern. Mit dem erfolgreichen Film letzten Jahres “The Weekend Sailor“ (zu dt.: “Der Wochenend-Segler“) gelang es dem mexikanischen Regisseur, Bernardo Arsuaga, an Carlin zu gedenken und seinen Triumph zu feiern.

 

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